Molukken


Geschichtsträchtige Inseln mit Entdecker-Potential
Mehr als 1000 Inseln, die sich über eine Distanz von 1000 Kilometer in Nordsüd-Richtung erstrecken, bilden die Inselgruppe der Molukken. Die „Gewürzinseln“ waren bis ins späte 18. Jahrhundert der einzige Ort der Welt, wo Muskatnuss, Muskatblüte und Nelken wuchsen. Die Suche nach dem Ursprung dieser Kostbarkeiten war die Triebfeder für viele Entdeckungsreisen seit dem 15. Jahrhundert. Lange bevor die Europäer die Gewürzinseln entdeckten, herrschte bereits ein reger Handelsverkehr der Insulaner mit Arabern, Chinesen, Malaien und Indern. Mit Beginn des 16. Jahrhunderts kamen Portugiesen, Spanier, Holländer und Briten auf der Suche nach den sagenhaften Gewürzinseln auf die Molukken und versuchten Handelsmonopole zu errichten.

Die Molukken liegen in der so genannten Wallacea-Zone, einer Übergangsregion zwischen asiatischer und australischer Flora und Fauna. Der Artenreichtum an Vögeln, Insekten, Fischen und Meerestieren, viele davon nur hier vorkommend, ist einmalig. Am bekanntesten sind wohl der Molukken-Kakadu und das Dugong, eine Seekuh-Art.

Ambon
Feinste Tauchreviere (z.B. Tanjung Setan im Norden) und viel historisch Interessantes bietet die Hauptinsel der Zentralmolukken.

Sehr gut restauriert reflektiert das Fort Amsterdam im Norden der Insel einen Einblick in das raue Leben der Handelsniederlassungen – und einen grandiosen Ausblick auf das türkisblaue Meer.

Sehenswert in Ambon-Stadt sind der umtriebige Markt „Gotong Royong“, die Ruinen des holländischen Fort Victoria und das hervorragende Provinzmuseum.
Vor mehr als 400 Jahren als winzige Handelsniederlassung der Portugiesen gegründet, wurde Ambon zum Hauptumschlagsplatz für Nelken unter holländischer Kolonialherrschaft. Heute ist Ambon-Stadt auf der südlichen Halbinsel das Wirtschafts- und Verwaltungszentrum der Molukken.

Banda
Die kleine Inselgruppe der Bandas, der Ursprungsort der Muskatnussbäume, ist ein wahres Juwel in der Banda-See. Exquisite Tauch- und Schnorchelreviere, ein Vulkan wie aus dem Bilderbuch und dazu steinerne Festungen.

Die Besteigung des Gunung Api („Feuerberg“) lässt sich an einem halben Tag gut bewältigen. Der Ausblick von dort oben ist traumhaft schön und lässt die Anstrengungen vergessen. Die beeindruckenden Festungsanlagen des renovierten Fort Belgica und der Ruinen von Fort Nassau lassen den Hauch der Geschichte über diese tropischen Inseln wehen.

Im April und Oktober jeden Jahres tragen die Inseln ein Bootsrennen aus. Unter lauten Anfeuerungsrufen der Steuermänner paddeln je 20 starke Männer dem Sieg und der Ehre entgegen. Begegnungen mit Delphinen, sich überschlagenden Manta-Rochen und Walen sind hier keine Seltenheit.

Ternate und Tidore
Ternate, im Durchmesser nur ca. 10 Kilometer, wird vom 1721 m hohen Vulkan Gamalama dominiert. Diese kleine Insel war, zusammen mit ihrem Zwilling Tidore, bis ins späte 18. Jahrhundert das einzige Gebiet der Erde in dem kostbare Nelkenbäume wuchsen und beide Inseln standen daher nach ihrer Entdeckung durch die Portugiesen 1521 im Zentrum europäischer Machtkämpfe.

Auf Ternate können Teile des ehemaligen Sultanspalastes besichtigt werden. Zur Zeit restauriert wird die riesige Festung „Fort Oranje“ von 1607; das portugiesische Fort „Toloko“ aus dem 16. Jahrhundert ist teilrestauriert und thront hoch über der Stadt.

Ebenso von einem Vulkan beherrscht wird Tidore. Rund um den Kiematubu (1730 m) führt eine Küstenstraße um die Insel. Die meisten der 35.000 Tidoresen wohnen im Süden, vor allem in Soa Siu, wo es ein kleines Museum mit Schätzen der ehemaligen Sultansdynastie gibt und Ruinen zweier Festungen.

Auf dem Weg über die Insel finden sich auch „Naturschönheiten“, wie die Mondlandschaft „Batu Angus“, die ein heftiger Vulkanausbruch im 18. Jahrhundert hinterließ, die malerischen Seen Tolire und Laguna und traumhafte Ausblicke auf den Gamalama und die umliegenden Inseln.

Anreise:
Flug von Manado (Sulawesi) nach Ternate oder Ambon
Flug von Denpasar (Bali) nach Ambon
Flug von Ambon nach Banda